Von Vater zu Sohn

Erfahrung und frischer Wind – ein Erfolgsrezept

„Besser spät als nie“, lacht Julius Jacobi. Seinem Vater Josef ist die Erleichterung anzumerken. Denn Julius‘ Lust auf Landwirtschaft kam spät. Sein Vater hatte lange Angst um die Zukunft seines Hofs. Zur beruflichen Orientierung ging Julius nach dem Abi für ein Freiwilliges Soziales Jahr in die Großstadt – nach Berlin. „Zum Glück“, sagt sein Vater heute, „denn da hat er gemerkt, dass das Stadtleben nicht besser ist, als das auf dem Dorf – ganz im Gegenteil.“ Heute sagt Julius aus voller Überzeugung, dass er sich keinen anderen Beruf als Landwirt mehr vorstellen kann: „Das Landleben, die Natur, auf dem Schlepper zu sitzen und zu ackern – das möchte ich nie wieder missen.“ Auch Julius‘ Freunde finden toll, was er macht, denn einen Familienbetrieb zu übernehmen ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr und Bauer kein gewöhnlicher Beruf.

Aber auch bei den Jacobis gibt es einen Haken: Vater Josef ist schon über 70, die Ablösung soll also zeitnah geschehen. Das setzt den jungen Landwirt unter Druck. Nach Seiner Ausbildung absolviert er gerade die Schule für biologischen Landbau und weiß: „Ich muss noch viel lernen und würde mir etwas mehr Zeit wünschen, aber ich sehe auch die Notwendigkeit, bald Verantwortung zu übernehmen.“ Sein Vater unterstützt ihn dabei so gut es geht – gibt Wissen weiter, lässt ihm aber auch die nötigen Freiräume, um eigene Erfahrungen zu machen. Vor allem im Bereich der Vermehrung und Vermarktung der 40 Sorten Biosaatgut, schätzt der junge Landwirt den Rat seines Vaters: „Er weiß einfach alles und ich bin froh, dass er mich teilhaben lässt an seiner Erfahrung. Das kann keine App und kein Smart-Farming-Programm ersetzen.“ Dennoch bleiben für ihn genug Herausforderungen: „Einem Landwirt, der seit 50 Jahren Landwirtschaft betreibt, zu erklären, wie er seinen Acker zu bestellen hat, davor habe ich echt Respekt“, verrät er.

Bereits 1980 stellte Josef Jacobi auf Bio um, weil seine Frau ihn sonst nicht geheiratet hätte – damals gab er nach, heute ist er dankbar. Bei der Übergabe des Betriebs von Vater zu Sohn setzt er jetzt auf Weisheit und sieht der Zukunft des Hofs positiv entgegen. Julius hat viele Pläne: Neue Ställe, neue Technik, neue Tierhaltung und neue Vermarktungswege. Ein neues Design für die Verpackungen der hofeigenen Käsespezialitäten und eine frisch relaunchte Homepage gibt es, dank Julius‘ Freundin Katharina Kruse, die Grafik-Designerin ist, jetzt schon.

Hier geht’s zum Video über den Hof

Biohof Jacobi
Josef Jacobi und Heike Schäfer-Jacobi
Mühlentor 28
34434 Borgentreich-Körbecke

Telefon: 05643 / 16 69
E-Mail:  biohof-jacobi@freenet.de
Internet: www.biohof-jacobi.de
Betriebsportrait auf oekolandbau.de

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