Landwirtschaftliche Haltung von Wildtieren

Mit einer Nische zum Erfolg

Die Erfolgsgeschichte des Gut Hirschaue beginnt kurz nach der Wende. Hartmut Staar, der Vater des heutigen Betriebsleiters Henrik Staar, vergrößerte die 24 Bienenvölker, die er im Nebenerwerb hielt, auf 70 und hoffte so auf wirtschaftlichen Erfolg. Das Gegenteil aber trat ein: Potenzielle Kundinnen und Kunden ließen den regional produzierten Honig für die günstigere Supermarktalternative aus Lateinamerika im Regal stehen. Frustrierend – aber Aufgeben kam nicht in Frage. Schnell brachten die weiten brandenburgischen Flächen Staar-Senior auf eine neue Idee: die landwirtschaftliche Wildtierhaltung.

Auch 26 Jahre später ist der heutige Betriebsleiter Henrik Staar noch überzeugt von der Nische „Wildfleischproduktion“ und führt den Hof im Sinne seines Vaters weiter. „Die Deutschen haben den größten Wildfleischbedarf in ganz Europa. Aber nur 60% dieser Nachfrage werden aus heimischer Jagd gedeckt“, erläutert Henrik Staar. Dennoch hat er es nicht auf Quantität abgesehen. Im Gegenteil. Der Leitsatz, nach dem auf Gut Hirschaue gearbeitet wird, lautet: Klasse statt Masse. Vom lebendigen Tier bis zum rosa-gebratenen Rehrücken in Rotweinsoße, der in der Wildgaststätte auf dem Hof serviert wird, ist es ein arbeitsreicher Weg: Haltungsbedingungen, die Art der Schlachtung und die Weiterverarbeitung der Tiere müssen „stimmen“, um hochwertiges Fleisch anbieten zu können.

Auf Gut Hirschaue sieht das so aus: Märkische Sattelschweine, Dam- und Rothirsche leben in Rotten und Rudeln ganzjährig draußen auf großzügigen Weiden. Sie fressen das, was die Böden hergeben. Um den Tieren Stress beim Transport zum Schlachter zu ersparen, werden sie in ihrer natürlichen Umgebung geschossen – das schont Tier und Fleisch, setzt aber eines voraus: kurze Wege bis zur Weiterverarbeitung. Auch die findet seit 1997 direkt vor Ort statt. Wem wichtig ist, wo und wie seine Lebensmittel produziert werden, der kann sich auf dem Demonstrationsbetrieb Gut Hirschaue die gesamte Produktionskette – von der Aufzucht bis zur fertigen Wurst – ansehen. Dieses Angebot gehört zur Philosophie des Betriebs: „Unsere Grundidee war, Wildfleisch zu produzieren zu dem Verbraucherinnen und Verbraucher eine Beziehung haben“, erklärt Henrik Staar.

Gut Hirschaue
Henrik Staar
An der Hirschaue 2
15848 Rietz-Neuendorf

Telefon: 03366 / 26 03 7
E-Mail: info@gut-hirschaue.de
Internet: www.gut-hirschaue.de
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Wer will Teil des Netzwerks Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau sein?Bundesweite Markterkundung des BÖLN

Ab Januar 2020 wird das Netzwerk der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau neu aufgebaut. Um herauszufinden, welche Biobetriebe sich bundesweit zukünftig als Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau sehen, führt das BÖLN aktuell eine bundesweite Markterkundung durch.  Alle Biobetriebe in Deutschland sind aufgerufen, sich daran zu beteiligen. 

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