Der Demonstrationsbetrieb präsentiert sich beim Besuch der BLE

Seit Cannabis 2017 in Deutschland als Arzneimittel eingeschränkt zugelassen wurde, hat die Hanfpflanze und ihre Nutzungsmöglichkeit hierzulande an Bedeutung gewonnen. Denn sie kann zu viel mehr verarbeitet werden als nur zum Rauschmittel. Auch im medizinischen, im Textil- und im Nahrungsmittelbereich kommt sie zum Einsatz.

Hanf als Lieferant gesunder Nahrung – dem widmen sich auch Biohöfe aus dem Netzwerk der Demonstrationsbetriebe, wie die Bio Ranch Zempow und das Gut Rothenhausen. Denn Hanfsamen gehören zu den nahrhaftesten Getreidekörnern. Reich an hochwertigen Proteinen und arm an gesättigten Fetten, enthalten sie alle für den Menschen essenziellen Fettsäuren.

Das pauschale Anbauverbot für Hanf wurde bereits 1996 aufgehoben. Seitdem ist landwirtschaftlichen Betrieben der Anbau von Nutzhanf mit einem Gehalt von maximal 0,2 Prozent an Tetrahydrocannabinol (THC) erlaubt. Zuständig für die Anbauanzeige und die THC-Kontrollen ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Eine Delegation der Behörde besucht am 19. Juni das Gut Rothenhausen bei Lübeck, um mehr über dessen Hanfanbau und die weiteren Betriebsbereiche zu erfahren.

Die Hofgemeinschaft Gut Rothenhausen ist ein Pionier des Hanfanbaus in Schleswig-Holstein. Welche Chancen und Herausforderungen sich dadurch für den Demeterbetrieb ergeben, und wie er den noch geringen Aufwuchs und Ertrag von Hanf mit einfacher Technik bewältigt – darauf liegt ein Fokus des BLE-Besuchs. Doch die Hofführung verdeutlicht auch die große Produktvielfalt des Demonstrationsbetriebs über Hanf hinaus.

Neben den klassischen Bereichen Ackerbau mit Getreide, Leguminosen, Kartoffeln sowie Futterbau und der Milchviehhaltung mit eigenem Bullen und Nachzucht gibt es ein Hühnermobil mit Legehennen, eine Gärtnerei mit Freilandfläche und Glashaus, eine Käserei sowie eine Bäckerei mit Natursteinmühle. Für die Vermarktung sorgen ein großer Hofladen und der Lieferservice.

Bei einem Besuch auf dem Gut Rothenhausen können Interessierte den Ökolandbau also auf vielfältige Weise live kennenlernen – inklusive neugieriger Blicke auf das Hanffeld.

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